Trübes Wasser beim Kartuschenfilter — kein Flockungsmittel, kein Rückspülen. Aber es gibt wirksame Alternativen. Erst die Ursache eingrenzen, dann gezielt handeln.
Kein normales Flockungsmittel beim Kartuschenfilter
Normales Flockungsmittel verstopft die feinen Poren der Kartusche dauerhaft — sie wird unbrauchbar. Nur spezielles Klärmittel für Kartuschenfilter verwenden.
Schritt 1 — Was siehst du genau?
Wie sieht das Wasser aus?
Anleitung — Gelbliches Wasser
1
pH und Chlor sofort messen
Gelbliches Wasser ist ein Frühwarnsignal — ohne Behandlung wird der Pool in 1–2 Tagen grün. pH auf 7,0–7,4 bringen, Chlor prüfen und auffüllen.
📋 Dosierung laut Herstellerangabe.
2
Brunnenwasser? Eisen prüfen
Bei Brunnenwasser: spezielle Eisen-Teststreifen einsetzen. Bei positivem Befund zuerst Eisenbinder einsetzen — erst dann chloren. Sonst oxidiert das Eisen und der Pool wird braun statt klar.
3
Filter auf Dauerlauf
Pumpe auf Dauerbetrieb. Jetzt handeln ist deutlich einfacher als später einen grünen Pool zu bekämpfen.
Anleitung — Trübes Wasser
1
Filter auf Dauerlauf
Pumpe auf Dauerbetrieb. Faustregel: Wassertemperatur ÷ 2 = tägliche Filterstunden. Bei trübem Wasser mehr.
2
Kartusche reinigen oder tauschen
Druckanzeige erhöht? Kartusche ausbauen und unter fließendem Wasser von außen nach innen spülen — nie Hochdruck. Bei starker Verstopfung direkt tauschen.
Kein Flockungsmittel bei Kartusche
Verstopft die Poren dauerhaft. Spezielles Klärmittel für Kartuschenfilter verwenden.
3
pH messen — Ziel 7,0–7,4
Erst pH einstellen — dann weiter.
📋 Dosierung laut Herstellerangabe.
4
TA-Wert messen
Gesamtalkalität 80–150 mg/l. Zu niedrig: pH schwankt ständig — häufigste unbekannte Ursache für anhaltende Trübung.
📋 TA-Wert mit digitalem Photometer messen.
5
Klärmittel für Kartusche einsetzen
Spezielles flüssiges Klärmittel bindet feine Schwebstoffe ohne die Kartusche zu verstopfen. Kartusche danach häufiger kontrollieren.
📋 Verträglichkeit mit deiner Kartusche laut Herstellerangabe prüfen.
Anleitung — Milchig-weißes Wasser
Ursache: Kalkausfall durch zu hohen pH
pH über 7,8 lässt Calcium ausfallen — milchig-weißes Wasser. pH sofort senken.
1
pH sofort messen und senken
pH-Minus einsetzen bis 7,0–7,4 erreicht. Langsam korrigieren.
📋 Dosierung laut Herstellerangabe.
2
Kartusche reinigen — Kalk setzt sich fest
Ausgefällter Kalk setzt sich in den Falten der Kartusche fest. Nach pH-Korrektur Kartusche reinigen — bei starken Ablagerungen in Kalkentferner einweichen.
3
TA-Wert und Calcium-Härte prüfen
Kalkausfall deutet auf zu hohe Calcium-Härte oder falschen TA-Wert hin. Beide messen um dauerhaft vorzubeugen.
Häufige Fragen
Normales Flockungsmittel bindet Schwebstoffe zu größeren Klumpen — das funktioniert beim Sandfilter weil man danach rückspülen kann. Beim Kartuschenfilter setzen sich diese Klumpen in den feinen Poren fest. Ohne Rückspülung lässt sich das nicht beheben. Die Kartusche wird unbrauchbar und muss getauscht werden. Spezielles Klärmittel für Kartuschenfilter ist die Alternative.
Bei trübem Wasser täglich kontrollieren — bei Druckanstieg sofort reinigen. Im Normalbetrieb empfehlen Hersteller wie Hayward alle 1–3 Monate, Pentair alle 4–8 Wochen. Bei trübem Wasser gelten diese Intervalle nicht — tägliche Kontrolle ist nötig.
Bei milchig-weißem Wasser durch Kalkausfall nicht unbedingt. Zuerst pH senken auf 7,0–7,4. Der ausgefällte Kalk setzt sich aber in der Kartusche fest — Kartusche danach gründlich reinigen oder in Kalkentferner einweichen. Wenn sie sich trotz Reinigung nicht mehr sauber spülen lässt: tauschen.
TA und CYA mit Teststreifen nicht zuverlässig messbar
Klare Werte — klares Wasser
Trübes Wasser das trotz Kartuschenreinigung und pH-Korrektur nicht klar wird hat fast immer eine chemische Ursache die Teststreifen nicht zeigen. Ein photometrisches Messgerät gibt dir Klarheit.
* Die genannten Richtwerte basieren auf allgemein anerkannten Branchenstandards und Sekundärquellen. Poolretter hat die DIN EN 16713-3 nicht im Original eingesehen. Alle Angaben ohne Gewähr — im Zweifelsfall beim Hersteller deiner Anlage oder einem Fachbetrieb nachfragen.