Freies Chlor im Pool
Die meisten Poolbesitzer haben zu viel Chlor — nicht zu wenig. Und messen trotzdem mit Methoden die den Unterschied nicht zeigen.
Laut Branchenstandard für private Pools. In diesem Bereich ist die Desinfektion wirksam ohne Haut, Augen oder Materialien zu belasten. Die meisten Poolbesitzer messen 1–3 mg/l und halten das für richtig.
Nicht alles Chlor im Pool ist gleich. Es gibt zwei Arten — und nur eine davon desinfiziert wirklich:
Freies Chlor ✓
- Aktiv und desinfizierend
- Geruchlos
- Richtwert: 0,3–0,6 mg/l
- Gemessen mit DPD1
Gebundenes Chlor ✗
- Verbraucht, unwirksam
- Riecht stark nach Chlor
- Max. 0,2 mg/l empfohlen
- Gemessen mit DPD3 minus DPD1
-
1DPD1 für freies ChlorDPD1 Reagenz misst nur das freie, aktive Chlor. Das ist der relevante Wert für die Desinfektion. Ziel: 0,3–0,6 mg/l.
-
2DPD3 für GesamtchlorDPD3 misst das Gesamtchlor (frei + gebunden). Gebundenes Chlor = DPD3 minus DPD1. Liegt das gebundene Chlor über 0,2 mg/l: Stoßchlorung nötig.
-
3Zu viel Chlor — GrenzwerteÜber 3 mg/l: nicht mehr Baden. Über 5 mg/l: Chlordosierung sofort stoppen. Filter laufen lassen, Abdeckung entfernen — UV-Licht baut Chlor natürlich ab.
UV-Licht baut Chlor ab. Tagsüber wird Chlor durch Sonneneinstrahlung kontinuierlich zerstört — deshalb ist der Wert abends niedriger als morgens. Das ist normal. Deshalb empfehlen wir Stoßchlorungen abends — das Chlor hat die ganze Nacht Zeit zu wirken ohne von der Sonne abgebaut zu werden.
Organisches Chlor (Chlortabletten, Trichlorisocyanursäure) enthält Cyanursäure als Stabilisator — schützt vor UV-Abbau, erhöht aber mit jeder Zugabe den CYA-Wert. Anorganisches Chlor (Calciumhypochlorit, Natriumhypochlorit/Bleichlauge) enthält keinen Stabilisator — baut sich schneller ab, erhöht aber den CYA-Wert nicht. Für Stoßchlorungen ist anorganisches Chlor besser geeignet.